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Vereinschronik |
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Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe e. V. Von Pressewart Walter Lauber Als Niederlaaspher Verein, als ein junger Verein, der erst 1990 gegründet
wurde, freuen wir uns, dass wir die 700 – Jahr – Feier mit ausrichten und
mitgestalten können. Allen denen, die Verantwortung in der Dorf- und Stadtpolitik tragen und
auch über viele Jahre getragen haben, sagen wir unseren aufrichtigen Dank
dafür, dass es überhaupt möglich war und ist, den Gleitschirmsport in
Niederlaasphe zu betreiben. Heute, siebzehn Jahren nach unserer Gründung, gehört es in Niederlaasphe
einfach dazu, dass Gleitschirmflieger am Entenberg starten, in der Luft ihre
Kreise drehen und in den Lahnwiesen landen. Nach allen anfänglichen Schwierigkeiten und Problemen, danken wir für die
Akzeptanz in der Dorfbewohnerschaft, die sicher auch durch unser
diszipliniertes Verhalten hervorgerufen wurde und darin zum Ausdruck kommt,
dass neben den aktiven Fliegern, auch eine ganze Anzahl passiver Mitglieder aus
dem Dorf uns unterstützen. Wie fing alles an? Denken wir hier an den Flugsport, so bleibt festzuhalten, dass schon
Leonardo da Vinci, der von 1452 bis 1519 lebte und als Maler, Bildhauer,
Baumeister, Naturforscher und Techniker sicher ein absolutes Genie war,
Zeichnungen über Fluggeräte angefertigt hat. Die heutigen Nachbauten, nach den
überlieferten Skizzen erwiesen sich als absolut flugfähig. Neben anderen geschichtlichen Aufzeichnungen über Versuche der Menschen, es
den Vögeln gleich zu tun, ist das Fliegen wohl einer der ältesten Träume der
Menschen überhaupt. Dieser Traum ist heute zur Selbstverständlichkeit geworden und wird täglich
millionen- fach mit einer hochentwickelten Technik der Flugzeuge genutzt. Zu
vergleichen ist dies aber nicht mit der Fliegerei, bei der man selber zum
Piloten, ohne Bordingenieur, ohne zusätzliches Bodenpersonal, ohne Fluglotsen
und ohne viele technisch hoch entwickelte Geräte wird. Einfach abheben und in der Luft schweben, wie ein Vogel, das haben bekannte
Flieger so ausgedrückt: „An Gefühle der Angst, die mich
gehemmt oder demotiviert haben kann ich mich nicht erinnern.
Sehr wohl aber an Furcht, besser Ehrfurcht vor den Elementen.“
Torsten Hahne, Sieger Online –Contest 2oo3 „Für mich ist es diese
Leichtigkeit, sich in der Luft zu bewegen, dieses Gefühle der Höhe und der
Ruhe und der absoluten Freiheit. Ein berauschender Glückszustand,
der feinste Präzision und Konzentration im Handling
verlangt.“
Richard Gallon, Acro – Pilot Trotz aller Kenntnisse der Meteorologie und der Wettervorhersagen bleibt
die Luft eine Umgebung, die für uns
nicht bis ins Letzte kalkulierbar ist. Vor jedem Flug bleibt und ergreift uns
eine Ungewissheit. Welche Besonderheiten und Gefahren gilt es während Start,
Flug und Landung zu meistern ? Fragen,
die Spannung, aber auch einen mehr oder weniger hohen Reiz auslösen. Luft, Wind
und Wetter haben ihre eigenen Gesetze, und trotz aller Erfahrung und Technik
können wir niemals genau vorhersagen, welchen Veränderungen sie unterliegen
werden. Der Spruch:
„Ob du auf dem Meer bist oder in der Luft, so bist du in Gottes Hand“ hat uneingeschränkt seine Gültigkeit. In diesem Bewusstsein und mit dieser
Spannung zu starten und mit dem eigenen Wissen und den erworbenen Fähigkeiten
zu fliegen, alle Situationen zu meistern ist tröstend aber auch immer wieder
bestätigend und lustvoll. Der Körper, so erklären Biologen, schüttet Belohnungsstoffe aus, so
genannte Endorphine. Diese können sogar eine gewisse Abhängigkeit erzeugen und
immer wieder den Drang zum Fliegen in uns hervorrufen. Unser Körper, genauer gesagt unser Gehirn, möchte diese Belohnung immer
wieder erleben. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass viele diesen schönen
Sport immer wieder, ja fast schon fanatisch ausüben. Wie fing es mit unserem Verein an? Angefangen hat alles schon zwei Jahre vor der Vereinsgründung. So hat es
unser Mitglied , Fluglehrer Jürgen Hansmeyer aus Burgwald festgehalten.
Damit ist er der eigentliche Gründer unseres Vereines, dem wir sehr viel zu
verdanken haben. Mit dem Datum, November 1988, beginnen die Aufzeichnungen von J. Hansmeyer. Er schreibt: „Jörg Tieben aus Biedenkopf, der ebenfalls noch heute Mitglied
im Verein ist, macht mich auf den Entenberg als Flugberg aufmerksam.“ Dabei
ging es zunächst um das Drachenfliegen. 29. Dezember 1988 Anfrage bei Herrn Sillberg, der Eigentümer des Entenberges ist bezüglich
einer Startgenehmigung. Nach mehreren Gesprächen willigen Herr Sillberg und
seine Frau ein und geben uns schriftlich die Startgenehmigung. 20. Februar 1989 Beim Oberkreisdirektor des Kreises Siegen – Wittgenstein, als
Aufsichtsbehörde, stellt J. Hansmeyer einen Antrag zur Erteilung der
Startgenehmigung. 18. April 1989 Gespräch bei der Stadt Laasphe, ebenfalls wegen der Startgenehmigung. In großer Runde wurde hier mit dem Stadtdirektor, den Vertretern der einzelnen Fraktionen, dem
stellvertretenden Bürgermeister, dem Kurdirektor, Ernst Wetter vom DFC
Ederbergland , der Flugschule „Hot Sport“ aus Marburg und Jürgen Hansmeyer die
anstehenden Probleme diskutiert. Das Gespräch endet mit dem Ergebnis, dass die Stadt nicht bereit ist, gegen
den erklärten Willen der Einwohner von Niederlaasphe den Flugbetrieb zu
unterstützen. Grund dafür war eine Unterschriftenaktion gegen den Flugsport in
Niederlaasphe, Leserbriefe in der lokalen Presse, sowie die von dem damaligen
Jagdpächter vertretene Meinung, dass die Sportler aus Hessen kommen und in Bad
Laasphe nicht willkommen wären. Daraufhin zog Herr Sillberg seine Genehmigung für den Startplatz zurück.
Gleiches tat der Eigentümer der Landewiese. Herr Sillberg war verärgert darüber, dass sich zu viele Leute um diesen
Platz kümmern und versagte aus diesem Grund die Startgenehmigung, zumal ihm aus
Hirzenhain eine weiter Anfrage auf den Tisch flatterte. So hatte sich Jürgen
Schäfer ebenfalls um den Entenberg bemüht. Dieser machte allerdings einen
Rückzieher als er die Zusage bekam, in einen Niederlaaspher Verein aufgenommen
zu werden. 19. Juni 1989 Nachdem nun weder ein Startplatz noch eine Landewiese zur Verfügung stand,
sah man beim Kreis Siegen – Wittgenstein den Antrag als erledigt an. 20. Juni 1989 Mit dem ablehnenden Schreiben des Oberkreisdirektors war der Vorstoß in
Sache Entenberg zunächst beendet. Jürgen Hansmeyer schreibt weiter: „In Siegen
wussten die wohl nicht, dass ich als geborener Sauerländer, über den
Dickschädel dieser Spezies verfüge, mit dem man bekanntlich durch Mauern gehen
kann. Ich hatte zwei Gedanken. Entweder den fälligen Pachtvertrag des
Jagdpächters zu übernehmen, oder den Entenberg von dem Besitzer zu kaufen“ 20. Juli 1989 Beide Möglichkeiten, Pacht oder Kauf fanden Unterstützung. Allerdings wurde
die Forderung daran geknüpft, dass am Entenberg nur Drachenflieger starten
dürften. „Dass ich unter diesen Umständen nicht bereit war so viel Geld zu
investieren war für mich selbstverständlich“, schreibt J. Hansmeyer. Da sich in Bad Laasphe eine breite Front gegen die „Ausländer“ gebildet
hatte, gab es nun nur noch die Möglichkeit einen Verein mit Einheimischen zu
gründen. Allerdings oder leider gab es aber in Bad Laasphe noch keinen einzigen
Drachen- oder Gleitschirmflieger. Mit seiner Flugschule präsentierte sich Jürgen Hansmeyer bei einer
Sportveranstaltung der Stadt Laasphe mit einem Informationsstand. Herr Davidis
von der Stadtverwaltung unterstützte die Werbung. Der Erfolg blieb nicht aus
und es meldeten sich zwei Flugschüler. Peter Gautsch, der wie sich später
herausstellte ein absoluter Glücksfall war und Walter Jung. Nachdem beide Piloten in ihrer Ausbildung gute Fortschritte machten, konnte
Peter Gautsch bei Herrn Sillberg erreiche, dass am Entenberg mit Drachen und
Gleitschirmen gestartet werden kann, wenn ein Laaspher Verein gegründet wird. 22. August 1990 Gründung des Vereines „Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe“ Die Liste mit den fünfzehn Gründungsmitgliedern, die sich damals bereit
erklärten je- weil’s einhundert D – Mark in die Vereinskasse einzuzahlen und
weitere vierhundert Mark nach Bedarf bereitzuhalten, liegt im Original vor. Bei der Auswahl der Mitglieder legte man größten Wert darauf, dass diese
aus dem Wittgensteiner - und Siegener Raum kamen. Dabei stellte man fest, dass
es auch in Bad Laasphe ausgebildete Gleitschirmpiloten gab. Die Zukunft des
Vereines war nicht gesichert. Allerdings gab es Mitglieder die bereit waren bis
zu 5.000,- DM zu investieren. Wegen weiterer Unsicherheiten zogen einige
Piloten diese Bereitschaft später wieder zurück. Bei einem Treffen mit den Jagdpächtern, Jagdgenossen und dem Forstamt
zeigte es sich, dass es eine geschlossene Front gegen die Flieger gab. Alle
Landwirte standen auf der Seite der Jäger. Auch das Forstamt sprach sich
eindeutig gegen den Flugbetrieb aus. Einziger Lichtblick war der Eigentümer des
Entenberges Herr Sillberg In der Folgezeit wurde viel beraten, Pläne geschmiedet und wieder
verworfen. Gerade dann als gar nicht mehr zu gehen schien, erinnerten wir uns
an den Spruch: „Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein
Lichtlein her.“ Dieser Spruch sollte für den Verein der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad
Laasphe Wahrheit werden. November 1990 Das Vereinsmitglied Peter Gautsch erhält von seinem Freund, Jochen
Koenemann eine Urkunde, die es gestattete, auf der Wiese seines Bruders,
unterhalb des Entenberges zu landen. Der Pachtpreis spielte überhaupt keine
Rolle. „Back in the Race“. Zurück im
Rennen, ging es in eine neue Runde des Fights. 23. März 1992 Mitgliedertreffen in Bad Laasphe Vom Kreis Siegen – Wittgenstein war trotz vorhandener Landewiese erneute
Ablehnung zu erwarten. „Landschaftsplan“ hieß das neue Zauberwort aus Siegen.
Eine Befreiung von diesem Plan wurde uns als ähnlich unmöglich verkauft, wie
die Auflösung einer katholischen Ehe durch den Papst. Eine Klage beim Verwaltungsgericht in Arnsberg sollte das Unmögliche möglich
machen. Der mit eingeschalteten Vorsitzenden des Dachverbandes, dem Deutschen
Hängegleiter Verband, Peter Janssen warnte vor den negativen Konsequenzen, die
ein solcher Prozess für den Gleitschirmsport haben könnte. Da offenbar der DHV
nicht helfen konnte, eine Eingabe beim Petitionsausschuss des Deutschen
Bundestages keinen Erfolg gebracht hatte und die Ehefrau von Peter Janssen als
Juristin keine negativen Auswirkungen sah, schickte man trotzdem Peter Janssen
auf die Reise. Vorausgegangen war ein Ortstermin am Entenberg und an der Landewiese. Sahen hier der Regierungspräsident und das Landwirtschaftsamt keine
Probleme durch den Flugbetrieb, so lehnte der Landkreis Siegen – Wittgenstein
weiter ab. 23. April 1992 Eingang des ablehnenden Bescheides vom Oberkreisdirektor. 18. Mai 1992 Fristgerecht wurde vom Verein der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad
Laasphe begründeter Widerspruch gegen den ergangenen Bescheid eingelegt. 12. Juni 1992 Mit diesem Datum erreichte den Verein eine ausführliche Begründung der Ablehnung
des Kreises Siegen – Wittgenstein. Jetzt war es wichtig, für eine Gegenargumentation handfeste Fakten zu
finden und zusammenzutragen, um möglicherweise doch zu punkten. 11. September 1992 Klage beim Verwaltungsgericht in Arnsberg. Einreichung der Klageschrift. 03. November 1992 Zunächst wurde vom Verwaltungsgericht einen Ortstermin am Entenberg
anberaumt, um einen Überblick über die örtliche Situation zu bekommen. Jürgen Hansmeyer schreibt: „Ich führe einen Probeflug mit dem Drachen am
Entenberg, in Gegenwart des Gutachters durch. Ein kreisender Milan lässt sich
von mir nicht erschrecken. Das entging auch dem Gutachter nicht.“ 25. März 1993 Verhandlung beim Verwaltungsgericht in Arnsberg. Der Prozess endete mit dem Ergebnis, dass die Begründung der Klageschrift
für den Richter wohl so überzeugend war, dass er die Argumente des
Landschaftsschutzes ohne weitere Prüfung nicht übernehmen konnte. Ein Vergleich
legte fest, dass die Landesanstalt Ökologie, Landschaftsentwicklung und
Forstwirtschaft, LÖLF, über- prüfen sollte, welchen Einfluss das Drachen- und
Gleitschirmfliegen am Entenberg auf diesen Bereich hat. Des weiteren sollten
Regelungen für einen möglichen Flugbetrieb vom LÖLF vorgeschlagen werden. 14. Oktober 1993 Die Auflagen für den Flugbetrieb werden als mündliche Vorab - Information
vom LÖLF mitgeteilt. 15. Oktober 1993 Mitgliederversammlung der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe. Da Peter Gautsch nicht mehr in Bad Laasphe wohnt, gibt er das Amt des
ersten Vorsitzenden ab. Es besteht einhellige Meinung darüber, dass der neue
Vorsitzende ein ortsansässiges Mitglied sein soll, da weiterhin Kontakt mit den
Eigentümern des Start- und Landeplatzes, sowie zur Stadtverwaltung gehalten
werden muss. Auch für die Presse und den Rundfunk scheint es gut, wenn ein
Ansprechpartner aus der Region kommt. So wird Walter Jung als neuer Vorsitzender und Wolfgang Weber als
Kassenwart gewählt. Da die Flugerlaubnis nur bis zum 15.10.1994 befristet ist, beschließt die
Versammlung zunächst nur Aufnahmeanträge von Fliegern aus der unmittelbaren
Umgebung zu berücksichtigen. Eine Vergrößerung des Vereines scheint zu diesem
Zeitpunkt wenig sinnvoll. Für Gastflieger werden besondere Regelungen
beschlossen 16. Oktober 1993 Bei Nordwind ist Flugbetrieb am Entenberg. Vier Drachenpiloten zeigen, dass der Startplatz mit vier Drachen voll
ausgelastet ist. Das Landen scheint bei Nordwind offensichtlich nicht so
einfach zu sein, da Windsprünge von 180 Grad, die Landung zum Glücksspiel
werden lassen. So erinnert sich Thomas Bauer:
„Da hatte man gerade seine Landung in Richtung Laasphe eingeteilt, weil
der Wind durch das Puderbacher Tal kam. Schon im Endanflug drehte er dann
plötzlich um, kam aus der Wallauer Richtung, so dass man bei Rückenwind
einlanden musste. Wie man da durch das hole Gras rauschte könnt ihr euch ja
vorstellen. Da gab es auch schon einmal kleine Blessuren, oder auch Schäden am
Material. Trotz alle dem gaben wir nicht auf.“ 18. Oktober 1993 Die Auflagen für einen geregelten Flugbetrieb werden dem Verein zugestellt. Eine weitere Zulassung für den Flugbetrieb nach dem 15.04.1994 wird
abhängig gemacht von der Einhaltung der festgelegten Regelungen, wohl wissend,
dass das Befahren der Waldwege zum Startplatz dem Forstamt immer ein Dorn im
Auge war. Am Ende seiner Aufzeichnungen schreibt Jürgen Hansmeyer: „Mein ganz
besonderer Dank gilt Frau Änni Schmidt, von der Stadt Laasphe, von der ich
tatkräftige Unterstützung erhalten habe.“ Bei so vielen negativen Einstellungen gegen den Drachen- und
Gleitschirmsport, ist es doch erfreulich, dass hier eine Person, die sicher
nicht an einer einflussreichen Stelle saß, ganz besonders erwähnt und
hervorgehoben wird. Sicher hat gerade diese Dame schon damals den besonderen
Reiz des Flugsportes und die damit verbundene Bereicherung der sportlichen
Aktivitäten für die Stadt Laasphe erkannt. Allen Gründungsmitgliedern, insbesondere aber Jürgen Hansmeyer, der wohl
die Hauptlast, oder besser gesagt, die entscheidenden Schlachten mit den
Behörden, Institutionen und privaten Beteiligten ausgefochten hat, gilt heute
unser ganz besonderer Dank. Wie gut und hilfreich ein Sauerländer Dickschädel
im Prozedere mit dem deutschen Bürokratismus sein kann, ohne dabei in eine
Michael Kohlhaas – Manier zu verfallen, hat sich hier wieder einmal ganz klar
gezeigt. Unser Dank gilt heute auch dem ersten Vorsitzenden des Vereines, Peter
Gautsch, der mit seiner Arbeit, seiner guten Ortskenntnis und mit seinem
Durchhaltevermögen ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass unser Verein
überhaupt entstehen konnte. 5. Dezember 1995 Mitgliederversammlung Da sich die Zahl der Mitglieder im Verein inzwischen auf fünfunddreißig
erhöht hat und auch ständig noch neue Anfragen kommen, wird in dieser Versammlung
eine entscheidende Weiche für den Verein gestellt. Zunächst einmal wird das Gründungsmitglied Thomas Bauer aus Hesselbach zum neuen Vorsitzenden
gewählt. Als ein junger, dynamischer Flieger soll er mit einem verjüngten
Vorstand dem Verein ein neues Gesicht geben. Auf der Mitgliederliste stehen noch dreizehn Gründungsmitglieder. In Anlehnung an andere Fliegervereine, beschließt die Versammlung eine
Satzung, die darauf abzielt, den bisherigen nicht rechtsfähigen Verein, in dem
die handelnden Personen die Haftung persönlich getragen haben, in einen
rechtsfähigen Verein mit klaren gemeinnützigen Zielen und dem Zusatz e. V.
(eingetragener Verein) umzuwandeln. So heißt der Verein nun:
Drachen- und
Gleitschirmflieger Bad Laasphe e.V. Da die Zahl der Gleitschirmflieger in der Region, auf Grund der immer
populäreren Situation des Gleitschirmsportes überhaupt und der auch in unserem
Bereich zunehmenden Flugschulen immer mehr zunimmt, will und muss der Verein
diesem Trend Rechnung tragen. Dies geschieht mit einer detaillierten Satzung,
die das Ziel, die Förderung des Flugsportes fest schreibt. Gleichzeitig wird
eine überarbeitete Regelung für Gastpiloten ausgearbeitet. Nach den neuen Zulassungsbestimmungen, die vorsehen, dass der Deutsche
Hängegleiterverband ( DHV ), als
Beauftragter des Luftfahrtbundesamtes die Fluggelände zulässt, gibt der Verein
ein entsprechendes Geländegutachten beim DHV in Auftrag, welches eine offizielle
Zulassung, unter der Mitsprache der Träger öffentlicher Be- lange nach sich
zieht. Damit ist der Flugbetrieb für Drachen und Gleitschirme am Entenberg
endgültig sichergestellt. Neben den fliegerischen Regelungen sind auch der
Zugang zu dem Startplatz im Einklang mit den naturschutzrechtlichen
Bestimmungen und Auflagen neu geregelt. 10 August 1996 Am Landeplatz veranstaltet man das
erste Fliegerfest. Mit Flügen und auch Tandemflügen vom Entenberg und an der Winde soll für
den Gleitschirmsport, aber auch für mehr Akzeptanz bei der Dorfbewohnerschaft
in Niederlaasphe geworben werden. Da trotz der nicht guten Wetterbedingungen,
mit Regen und böigen Winden, nur einige Flüge durchgeführt werden können, ist
die Zahl der Besucher zufriedenstellend. 16. November 1996 Eine große Zahl der Vereins - Flieger nimmt an einem Selbstpackerlehrgang
für Rettungsschirme in Köln teil. Als vereinsinterne Veranstaltungen wird die Weihnachtsfeier in wechselnden
Lokalen und die Zwischen – den – Jahres – Wanderung zur Tradition. Hier wird
oft, das übers Jahr beim Fliegen
Erlebte, noch einmal humorvoll nachbetrachtet. 17. April 1997 Dem Fluglehrer Claus Vischer aus Siegen gelingt als Gastpilot ein
Rekordflug vom Entenberg. Er legt dabei eine Strecke von 143 km zurück und
landet hinter Trier, ca. 2o km vor der französischen Grenze. Dies zeigt
eindrucksvoll, dass die Thermik am Entenberg sehr wohl so stark sein kann, um
auch Flüge über größere Strecken zu schaffen. Der weiteste Flug eines Vereinsmitgliedes gelang Jürgen Thomas. Er
flog bei guten Bedingungen bis nach Driedorf im Westerwald. Eine Entfernung von
ca. 35 km. 5. Juli 1997 Wiederum ist ein Fliegerfest am Entenberg geplant. Wiederum ist schlechtes
Wetter, so dass lediglich ein paar Flüge absolviert werden können. Die geplante
Vereinsmeisterschaft fällt jedoch im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Bei den Niederlaaspher Landwirten geht schon der Spruch um: „Wir brauchen
nicht zu mähen, die Flieger haben ihr Fest geplant.“ Es gibt also Regen. Die Entenbergflieger beteiligen sich an allen Festen der anderen
Niederlaaspher Vereine. Die geschieht durch die gegenseitige Mithilfe, die
Teilnahme an Festzügen oder auch nur mit einem Besuch der jeweiligen
Veranstaltung. Damit leisten die Flieger auch ihren Beitrag zu einem gemeinsamen
Miteinander im Dorf. März 1999 Von den Mitgliedern beschlossen. Vom Vorstand umgesetzt, erscheint zum
ersten Mal die Vereinszeitschrift „Entenberggeflüster“ Eine Vereinszeitschrift die im Wesentlichen
von Hermann Achenbach und Jürgen Thomas gestaltet wurde. Ihnen
gilt dafür ein ganz besonderer Dank. Neben dem aktuellen Terminkalender und den aktualisierten Personaldaten
hatten hier natürlich alle vereinsinternen Mitteilungen ihren ständigen Platz.
Dazu kamen überregionale Mitteilungen über das gesamte Spektrum der Fliegerei.
Jedes Mitglied konnte hier einen Betrag los werden oder von den Flugerlebnissen
z. B. aus dem letzten Urlaub berichten. Die Vereinsausflüge in die Türkei,
Spanien, Italien, Kroatien oder auch nur nach Berchtesgaden oder ins Allgäu,
die immer ein besonderes fliegerisches Erlebnis waren, fanden hier ihre
Nachbetrachtung. Selbst andere Vereine konnten sich in der Zeitschrift mit ihren
Fluggebieten vorstellen. Da es im eigenen Verein auch eine ganze Anzahl Biker gab, waren stets ein
paar Seiten diesem Hobby gewidmet, wobei das Biker – Girl des Monats, sich
immer einer großen Beliebtheit erfreute, also der Hingucker war. Wenn nach vier Jahren das Erscheinen der Vereinszeitung eingestellt wurde,
so lag dies nicht nur in der Dienstmüdigkeit der Redakteure begründet, die
sicher auch eine Rolle spielte. Vielmehr war es immer schwieriger auch Betriebe
und Firmen zu finden, die mit ihren Anzeigen wesentlich zur Finanzierung
beitrugen. Der Beschluss, dass das „Entenberggeflüster“ nicht mehr erscheint, wurde
wohl von alle Vereinsmitgliedern sehr bedauert. 14. August 2000 Erneut nehmen die Entenbergflieger den Anlauf ein großes Fliegerfest zu
veranstalten Neben dem Flugbetrieb am Berg, soll auch an der Winde geflogen werden.
Natürlich auch als Tandemflüge, damit Interessierte Gleitschirmfliegen
„hautnah“ erleben können. Hubschrauberrundflüge und die spektakulären
Vorführungen des Gleitschirm- Acro – Piloten, Mike Küng sollen zu den
Attraktionen des Festes werden. Der Tag kommt. Greift die Bauernregel? Natürlich ! Konnten die
Hubschrauberrundflüge noch laufen, so waren wegen des schlechten Wetters nur
wenige Gleitschirmflüge möglich. Auch
Mike Küng durfte sich schonen und konnte lediglich in einer Regenpause seine
Flugkünste eingeschränkt unter Beweis stellen. Gesellschaftlich konnte man
trotz allem einen Erfolg verbuchen. Wen wundert der Beschluss der Mitglieder, den Flugtag durch ein
wetterunabhängiges Bratfest zu ersetzen. Sehr wohl hielt man sich dabei die
Option offen, dass bei entsprechend gutem Wetter auch geflogen werden kann. 25. Juli 2001 Ein prominenter Fluggast – Bürgermeister Gravemeier geht in die Luft Robert Gravemeier, der Bürgermeister der Stadt Laasphe hatte von unserem
Verein zu seinem 50. Geburtstag, den er an der Skihütte in Hesselbach feierte,
einen Gutschein für einen Tandemflug vom Entenberg geschenkt bekommen. Konnte
er bei der Feier in Hesselbach schon einmal sehen, wie man mit einem
Gleitschirm vom Skihang gleitet, so war es nach wochenlangem Südwind am 25.
Juli endlich so weit, dass es daran ging, seinen Gutschein einzulösen. Unser Jürgen Thomas hatte die gesamte heimische Presse mobilisiert
und auch Herr Graveneier hatte einige Zuschauer im Schlepp. Jürgen berichtet weiter: „Es war ein schweißtreibender Aufstieg, bei dem
auch Herr Gravemeier etwa 20 kg schleppte. Er machte sich mit seinem Pilot
Dirk Bankmann am Nordwest – Startplatz startklar. Der Wind wehte nur
schwach und Dirk erklärte seinem Passagier, dass aufgrund der kurzen
Startstrecke eine Berührung der Birken nicht ausgeschlossen ist.“ Dies war für
den Bürgermeister kein Problem und so erfolgte der Start. Es kam, wie es kommen musste, Startstrecke zu
kurz oder Abhebeweg zu lang. Beide rauschten in Brusthöhe durch eine der vielen
Birken. Nach diesem spektakulären Ereignis, das Herrn Gravemeier nach
vorherigem Hinweis nicht sonderlich beeindruckte, ging es bei mangelnder
Thermik zügig bergab. Dirk sagte : „Ich hatte gerade noch Zeit ein paar Eigenheiten des
Entenberges zu erläutern, da mussten wir uns schon wieder zur Landung fertig
machen.“ Im Gegensatz zum Start verlief diese ohne Zwischenfälle. Die Vertreter der heimischen Presse schossen viele Bilder. Der Anhang des
Bürgermeisters hatte reichlich Kaffee und Kuchen und auch ein Gläschen Sekt für
die Flieger parat. „Das müsste immer so sein“, lobte Jürgen. Trotz der Kürze des Fluges war es eine gelungene Sache, die sicher auch im
Laaspher Rathaus mit dazu beiträgt uns Flieger mit etwas anderen Augen zu
sehen. Die guten Zeitungsberichte tragen sicher zu ein wenig mehr
Akzeptanz unseres Sports bei. 6. September 2002 Rettungsübung mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Laasphe. Hierbei sollte die Baumlandung eines Gleitschirmfliegers und die damit
verbundene Rettung mit der Drehleiter simuliert werden. Der Vorsitzende Thomas Bauer stellte sich zur Verfügung und
kletterte mit seinem Gleitschirm in die Spitze einer recht hohe Eiche am Rande
des Entenberges. Natürlich rückte nach der Alarmierung der Löschzug der
Feuerwehr aus. Als sie am „Unfallort“ angekommen war und die Leiter schon
aufgebaut hatte, erhielt sie einen echten Einsatzbefehl, so dass sie zunächst
wieder abrücken mussten. Was blieb unseren Vorsitzenden anderes übrig, als auf
dem nicht sehr komfortablen Platz im Baum auszuharren, bis schließlich die
Männer mit der Drehleiter wieder anrückten.
Die Feuerwehr zeigte eindrucksvoll, dass sie auch solchen
Rettungsaktionen technisch und auch personell durchaus gewachsen ist. 13. September 2004 Ein Dorf stellt sich vor. –
Niederlaasphe So heißt auch die Fernsehsendung des Westdeutschen Rundfunks, bei der
Dörfer in ganz Westfalen ausgelost werden und in denen dann auch ganz spontan
gedreht wird. So war an dem angeführten Termin Niederlaasphe an der Reihe. Nach der Besteigung des Entenberges stellte der Reporter fest, dass wir
Flieger im Gegensatz zu manchem Kommunalpolitiker eigentlich den besten
„Überblick“ über das Dorf haben. Eindrucksvoll demonstrierte unser Stellvertretender
Vorsitzender Hermann Achenbach, in einem etwa zehnminütigem Flug, wie toll
so ein Flug vom Entenberg sein kann und wie der Überblick mit zunehmender
Bodennähe abnimmt. Mit dem ganzen Dorf war dies für uns Flieger eine willkommene Gelegenheit,
den Bekanntheitsgrad von Niederlaasphe mit einem besonderen Sport, wie er nur
in wenigen anderen Dörfern des Landes betrieben wird, ein wenig steigern zu
helfen. Heute, im Jahre 2006 wird unser Verein noch immer von dem Gründungsmitglied
Thomas Bauer als Vorsitzender geführt. Die Zahl der aktiven Mitglieder, die
aus der ganzen Region kommen ist auf fünfzig angewachsen. Dazu kommen sechzig
passive Mitglieder, die größtenteils aus Niederlaasphe sind. Dies freut uns
ganz besonders, zeigt es doch, dass wir als Verein in die Dorfgemeinschaft
aufgenommen und integriert sind. Sicher liegt gerade dieser Umstand in der
Tatsache begründet, dass von allen Fliegern am Entenberg die strenge Einhaltung
der getroffenen Regelungen, ob beim Fliegen selbst oder auch bei den
notwendigen Aufstiegen verlangt und eingehalten werden. So war und ist in all
den Jahren nicht ein einziger Flugunfall, abgesehen von kleineren
Zwischenfällen bei denen keiner verletzt wurde vorgekommen. Naturschutz und der
Respekt vor jeglicher Kreatur ist für uns Flieger zur Selbstverständlichkeit
geworden. Auch zukünftig soll dies so bleiben. Für viele Niederlaaspher ist es gar nicht mehr vorstellbar, dass man zum
Entenberg schaut, hat gute Wetter und es ist kein Gleitschirmflieger in der
Luft. Das kann nicht sein, dazu wollen wir weiter beitragen. Wir bedanken uns, dass wir trotz unserer wenigen Vereinsjahre mit in die
Vorbereitungen der 700 - Jahr - Feier
einbezogen wurden. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir mit einem
Flugtag, der viele Variationen des Flugsportes zeigt, unseren Beitrag leisten. Bleibt nur die Hoffnung auf gutes Wetter: Unsere Internetpräsenz wurde am 23. Januar 2007 von Peter
Schmidt aus Niederlaasphe eingerichtet. |
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