Vereinschronik

 

Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe e. V.

Von Pressewart Walter Lauber

Als Niederlaaspher Verein, als ein junger Verein, der erst 1990 gegründet wurde, freuen wir uns, dass wir die 700 – Jahr – Feier mit ausrichten und mitgestalten können.

Allen denen, die Verantwortung in der Dorf- und Stadtpolitik tragen und auch über viele Jahre getragen haben, sagen wir unseren aufrichtigen Dank dafür, dass es überhaupt möglich war und ist, den Gleitschirmsport in Niederlaasphe zu betreiben.

Heute, siebzehn Jahren nach unserer Gründung, gehört es in Niederlaasphe einfach dazu, dass Gleitschirmflieger am Entenberg starten, in der Luft ihre Kreise drehen und in den Lahnwiesen landen.

Nach allen anfänglichen Schwierigkeiten und Problemen, danken wir für die Akzeptanz in der Dorfbewohnerschaft, die sicher auch durch unser diszipliniertes Verhalten hervorgerufen wurde und darin zum Ausdruck kommt, dass neben den aktiven Fliegern, auch eine ganze Anzahl passiver Mitglieder aus dem Dorf uns unterstützen.

Wie fing alles an?

Denken wir hier an den Flugsport, so bleibt festzuhalten, dass schon Leonardo da Vinci, der von 1452 bis 1519 lebte und als Maler, Bildhauer, Baumeister, Naturforscher und Techniker sicher ein absolutes Genie war, Zeichnungen über Fluggeräte angefertigt hat. Die heutigen Nachbauten, nach den überlieferten Skizzen erwiesen sich als absolut flugfähig.

Neben anderen geschichtlichen Aufzeichnungen über Versuche der Menschen, es den Vögeln gleich zu tun, ist das Fliegen wohl einer der ältesten Träume der Menschen überhaupt.

Dieser Traum ist heute zur Selbstverständlichkeit geworden und wird täglich millionen- fach mit einer hochentwickelten Technik der Flugzeuge genutzt. Zu vergleichen ist dies aber nicht mit der Fliegerei, bei der man selber zum Piloten, ohne Bordingenieur, ohne zusätzliches Bodenpersonal, ohne Fluglotsen und ohne viele technisch hoch entwickelte Geräte wird.

Einfach abheben und in der Luft schweben, wie ein Vogel, das haben bekannte Flieger so ausgedrückt:

              „An Gefühle der Angst, die mich gehemmt oder demotiviert haben

               kann ich mich nicht erinnern. Sehr wohl aber an Furcht, besser

               Ehrfurcht vor den Elementen.“

                                               Torsten Hahne, Sieger Online –Contest 2oo3

               „Für mich ist es diese Leichtigkeit, sich in der Luft zu bewegen,

               dieses Gefühle der Höhe und der Ruhe und der absoluten Freiheit.

               Ein berauschender Glückszustand, der feinste Präzision und

               Konzentration im Handling verlangt.“

                                               Richard Gallon, Acro – Pilot

Trotz aller Kenntnisse der Meteorologie und der Wettervorhersagen bleibt die Luft  eine Umgebung, die für uns nicht bis ins Letzte kalkulierbar ist. Vor jedem Flug bleibt und ergreift uns eine Ungewissheit. Welche Besonderheiten und Gefahren gilt es während Start, Flug und Landung zu meistern ?  Fragen, die Spannung, aber auch einen mehr oder weniger hohen Reiz auslösen. Luft, Wind und Wetter haben ihre eigenen Gesetze, und trotz aller Erfahrung und Technik können wir niemals genau vorhersagen, welchen Veränderungen sie unterliegen werden.

Der Spruch:

      „Ob du auf dem Meer bist oder in der Luft, so bist du in Gottes Hand“

hat uneingeschränkt seine Gültigkeit. In diesem Bewusstsein und mit dieser Spannung zu starten und mit dem eigenen Wissen und den erworbenen Fähigkeiten zu fliegen, alle Situationen zu meistern ist tröstend aber auch immer wieder bestätigend und lustvoll.

Der Körper, so erklären Biologen, schüttet Belohnungsstoffe aus, so genannte Endorphine. Diese können sogar eine gewisse Abhängigkeit erzeugen und immer wieder den Drang zum Fliegen in uns hervorrufen.

Unser Körper, genauer gesagt unser Gehirn, möchte diese Belohnung immer wieder erleben. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass viele diesen schönen Sport immer wieder, ja fast schon fanatisch ausüben.

Wie fing es mit unserem Verein an?

Angefangen hat alles schon zwei Jahre vor der Vereinsgründung. So hat es unser Mitglied , Fluglehrer Jürgen Hansmeyer aus Burgwald festgehalten. Damit ist er der eigentliche Gründer unseres Vereines, dem wir sehr viel zu verdanken haben.

Mit dem Datum, November 1988, beginnen die Aufzeichnungen von J. Hansmeyer.

Er schreibt: „Jörg Tieben aus Biedenkopf, der ebenfalls noch heute Mitglied im Verein ist, macht mich auf den Entenberg als Flugberg aufmerksam.“ Dabei ging es zunächst um das Drachenfliegen.

29. Dezember 1988

Anfrage bei Herrn Sillberg, der Eigentümer des Entenberges ist bezüglich einer Startgenehmigung. Nach mehreren Gesprächen willigen Herr Sillberg und seine Frau ein und geben uns schriftlich die Startgenehmigung.

20. Februar 1989

Beim Oberkreisdirektor des Kreises Siegen – Wittgenstein, als Aufsichtsbehörde, stellt J. Hansmeyer einen Antrag zur Erteilung der Startgenehmigung.

18. April 1989

Gespräch bei der Stadt Laasphe, ebenfalls wegen der Startgenehmigung.

In großer Runde wurde hier mit dem Stadtdirektor, den  Vertretern der einzelnen Fraktionen, dem stellvertretenden Bürgermeister, dem Kurdirektor, Ernst Wetter vom DFC Ederbergland , der Flugschule „Hot Sport“ aus Marburg und Jürgen Hansmeyer die anstehenden Probleme diskutiert.

Das Gespräch endet mit dem Ergebnis, dass die Stadt nicht bereit ist, gegen den erklärten Willen der Einwohner von Niederlaasphe den Flugbetrieb zu unterstützen.

Grund dafür war eine Unterschriftenaktion gegen den Flugsport in Niederlaasphe, Leserbriefe in der lokalen Presse, sowie die von dem damaligen Jagdpächter vertretene Meinung, dass die Sportler aus Hessen kommen und in Bad Laasphe nicht willkommen wären.

Daraufhin zog Herr Sillberg seine Genehmigung für den Startplatz zurück. Gleiches tat der Eigentümer der Landewiese.

Herr Sillberg war verärgert darüber, dass sich zu viele Leute um diesen Platz kümmern und versagte aus diesem Grund die Startgenehmigung, zumal ihm aus Hirzenhain eine weiter Anfrage auf den Tisch flatterte. So hatte sich Jürgen Schäfer ebenfalls um den Entenberg bemüht. Dieser machte allerdings einen Rückzieher als er die Zusage bekam, in einen Niederlaaspher Verein aufgenommen zu werden.

19. Juni 1989

Nachdem nun weder ein Startplatz noch eine Landewiese zur Verfügung stand, sah man beim Kreis Siegen – Wittgenstein den Antrag als erledigt an.

20. Juni 1989

Mit dem ablehnenden Schreiben des Oberkreisdirektors war der Vorstoß in Sache Entenberg zunächst beendet. Jürgen Hansmeyer schreibt weiter: „In Siegen wussten die wohl nicht, dass ich als geborener Sauerländer, über den Dickschädel dieser Spezies verfüge, mit dem man bekanntlich durch Mauern gehen kann. Ich hatte zwei Gedanken. Entweder den fälligen Pachtvertrag des Jagdpächters zu übernehmen, oder den Entenberg von dem Besitzer zu kaufen“

20. Juli 1989

Beide Möglichkeiten, Pacht oder Kauf fanden Unterstützung. Allerdings wurde die Forderung daran geknüpft, dass am Entenberg nur Drachenflieger starten dürften. „Dass ich unter diesen Umständen nicht bereit war so viel Geld zu investieren war für mich selbstverständlich“, schreibt J. Hansmeyer.

Da sich in Bad Laasphe eine breite Front gegen die „Ausländer“ gebildet hatte, gab es nun nur noch die Möglichkeit einen Verein mit Einheimischen zu gründen. Allerdings oder leider gab es aber in Bad Laasphe noch keinen einzigen Drachen- oder Gleitschirmflieger.

Mit seiner Flugschule präsentierte sich Jürgen Hansmeyer bei einer Sportveranstaltung der Stadt Laasphe mit einem Informationsstand. Herr Davidis von der Stadtverwaltung unterstützte die Werbung. Der Erfolg blieb nicht aus und es meldeten sich zwei Flugschüler. Peter Gautsch, der wie sich später herausstellte ein absoluter Glücksfall war und Walter Jung.

Nachdem beide Piloten in ihrer Ausbildung gute Fortschritte machten, konnte Peter Gautsch bei Herrn Sillberg erreiche, dass am Entenberg mit Drachen und Gleitschirmen gestartet werden kann, wenn ein Laaspher Verein gegründet wird.

22. August 1990

Gründung des Vereines „Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe“

Die Liste mit den fünfzehn Gründungsmitgliedern, die sich damals bereit erklärten je- weil’s einhundert D – Mark in die Vereinskasse einzuzahlen und weitere vierhundert Mark nach Bedarf bereitzuhalten, liegt im Original vor.

Bei der Auswahl der Mitglieder legte man größten Wert darauf, dass diese aus dem Wittgensteiner - und Siegener Raum kamen. Dabei stellte man fest, dass es auch in Bad Laasphe ausgebildete Gleitschirmpiloten gab. Die Zukunft des Vereines war nicht gesichert. Allerdings gab es Mitglieder die bereit waren bis zu 5.000,- DM zu investieren. Wegen weiterer Unsicherheiten zogen einige Piloten diese Bereitschaft später wieder zurück.

Bei einem Treffen mit den Jagdpächtern, Jagdgenossen und dem Forstamt zeigte es sich, dass es eine geschlossene Front gegen die Flieger gab. Alle Landwirte standen auf der Seite der Jäger. Auch das Forstamt sprach sich eindeutig gegen den Flugbetrieb aus. Einziger Lichtblick war der Eigentümer des Entenberges Herr Sillberg

In der Folgezeit wurde viel beraten, Pläne geschmiedet und wieder verworfen. Gerade dann als gar nicht mehr zu gehen schien, erinnerten wir uns an den Spruch: „Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“

Dieser Spruch sollte für den Verein der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe Wahrheit werden.

November 1990

Das Vereinsmitglied Peter Gautsch erhält von seinem Freund, Jochen Koenemann eine Urkunde, die es gestattete, auf der Wiese seines Bruders, unterhalb des Entenberges zu landen. Der Pachtpreis spielte überhaupt keine Rolle.

„Back in the Race“. Zurück im Rennen, ging es in eine neue Runde des Fights.

23. März 1992

Mitgliedertreffen in Bad Laasphe

Vom Kreis Siegen – Wittgenstein war trotz vorhandener Landewiese erneute Ablehnung zu erwarten. „Landschaftsplan“ hieß das neue Zauberwort aus Siegen. Eine Befreiung von diesem Plan wurde uns als ähnlich unmöglich verkauft, wie die Auflösung einer katholischen Ehe durch den Papst.

Eine Klage beim Verwaltungsgericht in Arnsberg sollte das Unmögliche möglich machen. Der mit eingeschalteten Vorsitzenden des Dachverbandes, dem Deutschen Hängegleiter Verband, Peter Janssen warnte vor den negativen Konsequenzen, die ein solcher Prozess für den Gleitschirmsport haben könnte. Da offenbar der DHV nicht helfen konnte, eine Eingabe beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages keinen Erfolg gebracht hatte und die Ehefrau von Peter Janssen als Juristin keine negativen Auswirkungen sah, schickte man trotzdem Peter Janssen auf die Reise.

Vorausgegangen war ein Ortstermin am Entenberg und an der Landewiese.

Sahen hier der Regierungspräsident und das Landwirtschaftsamt keine Probleme durch den Flugbetrieb, so lehnte der Landkreis Siegen – Wittgenstein weiter ab.

23. April 1992

Eingang des ablehnenden Bescheides vom Oberkreisdirektor.

18. Mai 1992

Fristgerecht wurde vom Verein der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe begründeter Widerspruch gegen den ergangenen Bescheid eingelegt.

12. Juni 1992

Mit diesem Datum erreichte den Verein eine ausführliche Begründung der Ablehnung des Kreises Siegen – Wittgenstein.

Jetzt war es wichtig, für eine Gegenargumentation handfeste Fakten zu finden und zusammenzutragen, um möglicherweise doch zu punkten.

11. September 1992

Klage beim Verwaltungsgericht in Arnsberg. Einreichung der Klageschrift.

03. November 1992

Zunächst wurde vom Verwaltungsgericht einen Ortstermin am Entenberg anberaumt, um einen Überblick über die örtliche Situation zu bekommen.

Jürgen Hansmeyer schreibt: „Ich führe einen Probeflug mit dem Drachen am Entenberg, in Gegenwart des Gutachters durch. Ein kreisender Milan lässt sich von mir nicht erschrecken. Das entging auch dem Gutachter nicht.“

25. März 1993

Verhandlung beim Verwaltungsgericht in Arnsberg.

Der Prozess endete mit dem Ergebnis, dass die Begründung der Klageschrift für den Richter wohl so überzeugend war, dass er die Argumente des Landschaftsschutzes ohne weitere Prüfung nicht übernehmen konnte. Ein Vergleich legte fest, dass die Landesanstalt Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstwirtschaft, LÖLF, über- prüfen sollte, welchen Einfluss das Drachen- und Gleitschirmfliegen am Entenberg auf diesen Bereich hat. Des weiteren sollten Regelungen für einen möglichen Flugbetrieb vom LÖLF vorgeschlagen werden.

14. Oktober 1993

Die Auflagen für den Flugbetrieb werden als mündliche Vorab - Information vom LÖLF mitgeteilt.

15. Oktober 1993

Mitgliederversammlung der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe.

Da Peter Gautsch nicht mehr in Bad Laasphe wohnt, gibt er das Amt des ersten Vorsitzenden ab. Es besteht einhellige Meinung darüber, dass der neue Vorsitzende ein ortsansässiges Mitglied sein soll, da weiterhin Kontakt mit den Eigentümern des Start- und Landeplatzes, sowie zur Stadtverwaltung gehalten werden muss. Auch für die Presse und den Rundfunk scheint es gut, wenn ein Ansprechpartner aus der Region kommt.

So wird Walter Jung als neuer Vorsitzender und Wolfgang Weber als Kassenwart gewählt.

Da die Flugerlaubnis nur bis zum 15.10.1994 befristet ist, beschließt die Versammlung zunächst nur Aufnahmeanträge von Fliegern aus der unmittelbaren Umgebung zu berücksichtigen. Eine Vergrößerung des Vereines scheint zu diesem Zeitpunkt wenig sinnvoll. Für Gastflieger werden besondere Regelungen beschlossen

16. Oktober 1993

Bei Nordwind ist Flugbetrieb am Entenberg.

Vier Drachenpiloten zeigen, dass der Startplatz mit vier Drachen voll ausgelastet ist. Das Landen scheint bei Nordwind offensichtlich nicht so einfach zu sein, da Windsprünge von 180 Grad, die Landung zum Glücksspiel werden lassen. So erinnert sich Thomas Bauer:  „Da hatte man gerade seine Landung in Richtung Laasphe eingeteilt, weil der Wind durch das Puderbacher Tal kam. Schon im Endanflug drehte er dann plötzlich um, kam aus der Wallauer Richtung, so dass man bei Rückenwind einlanden musste. Wie man da durch das hole Gras rauschte könnt ihr euch ja vorstellen. Da gab es auch schon einmal kleine Blessuren, oder auch Schäden am Material. Trotz alle dem gaben wir nicht auf.“

18. Oktober 1993

Die Auflagen für einen geregelten Flugbetrieb werden dem Verein zugestellt.

Eine weitere Zulassung für den Flugbetrieb nach dem 15.04.1994 wird abhängig gemacht von der Einhaltung der festgelegten Regelungen, wohl wissend, dass das Befahren der Waldwege zum Startplatz dem Forstamt immer ein Dorn im Auge war.

Am Ende seiner Aufzeichnungen schreibt Jürgen Hansmeyer: „Mein ganz besonderer Dank gilt Frau Änni Schmidt, von der Stadt Laasphe, von der ich tatkräftige Unterstützung erhalten habe.“

Bei so vielen negativen Einstellungen gegen den Drachen- und Gleitschirmsport, ist es doch erfreulich, dass hier eine Person, die sicher nicht an einer einflussreichen Stelle saß, ganz besonders erwähnt und hervorgehoben wird. Sicher hat gerade diese Dame schon damals den besonderen Reiz des Flugsportes und die damit verbundene Bereicherung der sportlichen Aktivitäten für die Stadt Laasphe erkannt.

Allen Gründungsmitgliedern, insbesondere aber Jürgen Hansmeyer, der wohl die Hauptlast, oder besser gesagt, die entscheidenden Schlachten mit den Behörden, Institutionen und privaten Beteiligten ausgefochten hat, gilt heute unser ganz besonderer Dank. Wie gut und hilfreich ein Sauerländer Dickschädel im Prozedere mit dem deutschen Bürokratismus sein kann, ohne dabei in eine Michael Kohlhaas – Manier zu verfallen, hat sich hier wieder einmal ganz klar gezeigt.

Unser Dank gilt heute auch dem ersten Vorsitzenden des Vereines, Peter Gautsch, der mit seiner Arbeit, seiner guten Ortskenntnis und mit seinem Durchhaltevermögen ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass unser Verein überhaupt entstehen konnte.

5. Dezember 1995

Mitgliederversammlung

Da sich die Zahl der Mitglieder im Verein inzwischen auf fünfunddreißig erhöht hat und auch ständig noch neue Anfragen kommen, wird in dieser Versammlung eine entscheidende Weiche für den Verein gestellt.

Zunächst einmal wird das Gründungsmitglied Thomas Bauer  aus Hesselbach zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als ein junger, dynamischer Flieger soll er mit einem verjüngten Vorstand dem Verein ein neues Gesicht geben.                                       

Auf der Mitgliederliste stehen noch dreizehn Gründungsmitglieder.

In Anlehnung an andere Fliegervereine, beschließt die Versammlung eine Satzung, die darauf abzielt, den bisherigen nicht rechtsfähigen Verein, in dem die handelnden Personen die Haftung persönlich getragen haben, in einen rechtsfähigen Verein mit klaren gemeinnützigen Zielen und dem Zusatz e. V. (eingetragener Verein) umzuwandeln.

So heißt der Verein nun:                   

                         Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe e.V.

Da die Zahl der Gleitschirmflieger in der Region, auf Grund der immer populäreren Situation des Gleitschirmsportes überhaupt und der auch in unserem Bereich zunehmenden Flugschulen immer mehr zunimmt, will und muss der Verein diesem Trend Rechnung tragen. Dies geschieht mit einer detaillierten Satzung, die das Ziel, die Förderung des Flugsportes fest schreibt. Gleichzeitig wird eine überarbeitete Regelung für Gastpiloten ausgearbeitet.

Nach den neuen Zulassungsbestimmungen, die vorsehen, dass der Deutsche Hängegleiterverband  ( DHV ), als Beauftragter des Luftfahrtbundesamtes die Fluggelände zulässt, gibt der Verein ein entsprechendes Geländegutachten beim DHV in Auftrag, welches eine offizielle Zulassung, unter der Mitsprache der Träger öffentlicher Be- lange nach sich zieht.

Damit ist der Flugbetrieb für Drachen und Gleitschirme am Entenberg endgültig sichergestellt. Neben den fliegerischen Regelungen sind auch der Zugang zu dem Startplatz im Einklang mit den naturschutzrechtlichen Bestimmungen und Auflagen neu geregelt.

10 August 1996

Am Landeplatz  veranstaltet man das erste Fliegerfest.

Mit Flügen und auch Tandemflügen vom Entenberg und an der Winde soll für den Gleitschirmsport, aber auch für mehr Akzeptanz bei der Dorfbewohnerschaft in Niederlaasphe geworben werden. Da trotz der nicht guten Wetterbedingungen, mit Regen und böigen Winden, nur einige Flüge durchgeführt werden können, ist die Zahl der Besucher zufriedenstellend.

16. November 1996

Eine große Zahl der Vereins - Flieger nimmt an einem Selbstpackerlehrgang für Rettungsschirme in Köln teil.

Als vereinsinterne Veranstaltungen wird die Weihnachtsfeier in wechselnden Lokalen und die Zwischen – den – Jahres – Wanderung zur Tradition. Hier wird oft, das übers  Jahr beim Fliegen Erlebte, noch einmal humorvoll nachbetrachtet.

17. April 1997

Dem Fluglehrer Claus Vischer aus Siegen gelingt als Gastpilot ein Rekordflug vom Entenberg. Er legt dabei eine Strecke von 143 km zurück und landet hinter Trier, ca. 2o km vor der französischen Grenze. Dies zeigt eindrucksvoll, dass die Thermik am Entenberg sehr wohl so stark sein kann, um auch Flüge über größere Strecken zu schaffen.

Der weiteste Flug eines Vereinsmitgliedes gelang Jürgen Thomas. Er flog bei guten Bedingungen bis nach Driedorf im Westerwald. Eine Entfernung von ca. 35 km.

5. Juli 1997

Wiederum ist ein Fliegerfest am Entenberg geplant. Wiederum ist schlechtes Wetter, so dass lediglich ein paar Flüge absolviert werden können. Die geplante Vereinsmeisterschaft fällt jedoch im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Bei den Niederlaaspher Landwirten geht schon der Spruch um: „Wir brauchen nicht zu mähen, die Flieger haben ihr Fest geplant.“  Es gibt also Regen.

Die Entenbergflieger beteiligen sich an allen Festen der anderen Niederlaaspher Vereine. Die geschieht durch die gegenseitige Mithilfe, die Teilnahme an Festzügen oder auch nur mit einem Besuch der jeweiligen Veranstaltung. Damit leisten die Flieger  auch ihren Beitrag zu einem gemeinsamen Miteinander im Dorf.

März 1999

Von den Mitgliedern beschlossen. Vom Vorstand umgesetzt, erscheint zum ersten Mal die Vereinszeitschrift „Entenberggeflüster“  Eine Vereinszeitschrift die im Wesentlichen von Hermann Achenbach und Jürgen Thomas gestaltet wurde. Ihnen gilt dafür ein ganz besonderer Dank.

Neben dem aktuellen Terminkalender und den aktualisierten Personaldaten hatten hier natürlich alle vereinsinternen Mitteilungen ihren ständigen Platz. Dazu kamen überregionale Mitteilungen über das gesamte Spektrum der Fliegerei. Jedes Mitglied konnte hier einen Betrag los werden oder von den Flugerlebnissen z. B. aus dem letzten Urlaub berichten. Die Vereinsausflüge in die Türkei, Spanien, Italien, Kroatien oder auch nur nach Berchtesgaden oder ins Allgäu, die immer ein besonderes fliegerisches Erlebnis waren, fanden hier ihre Nachbetrachtung.

Selbst andere Vereine konnten sich in der Zeitschrift mit ihren Fluggebieten vorstellen.

Da es im eigenen Verein auch eine ganze Anzahl Biker gab, waren stets ein paar Seiten diesem Hobby gewidmet, wobei das Biker – Girl des Monats, sich immer einer großen Beliebtheit erfreute, also der Hingucker war.

Wenn nach vier Jahren das Erscheinen der Vereinszeitung eingestellt wurde, so lag dies nicht nur in der Dienstmüdigkeit der Redakteure begründet, die sicher auch eine Rolle spielte. Vielmehr war es immer schwieriger auch Betriebe und Firmen zu finden, die mit ihren Anzeigen wesentlich zur Finanzierung beitrugen.

Der Beschluss, dass das „Entenberggeflüster“ nicht mehr erscheint, wurde wohl von alle Vereinsmitgliedern sehr bedauert.

14. August 2000

Erneut nehmen die Entenbergflieger den Anlauf ein großes Fliegerfest zu veranstalten

Neben dem Flugbetrieb am Berg, soll auch an der Winde geflogen werden. Natürlich auch als Tandemflüge, damit Interessierte Gleitschirmfliegen „hautnah“ erleben können. Hubschrauberrundflüge und die spektakulären Vorführungen des Gleitschirm- Acro – Piloten, Mike Küng sollen zu den Attraktionen des Festes werden.

Der Tag kommt. Greift die Bauernregel? Natürlich ! Konnten die Hubschrauberrundflüge noch laufen, so waren wegen des schlechten Wetters nur wenige Gleitschirmflüge möglich.  Auch Mike Küng durfte sich schonen und konnte lediglich in einer Regenpause seine Flugkünste eingeschränkt unter Beweis stellen. Gesellschaftlich konnte man trotz allem einen Erfolg verbuchen.

Wen wundert der Beschluss der Mitglieder, den Flugtag durch ein wetterunabhängiges Bratfest zu ersetzen. Sehr wohl hielt man sich dabei die Option offen, dass bei entsprechend gutem Wetter auch geflogen werden kann.

25. Juli 2001

Ein prominenter Fluggast – Bürgermeister Gravemeier geht in die Luft

Robert Gravemeier, der Bürgermeister der Stadt Laasphe hatte von unserem Verein zu seinem 50. Geburtstag, den er an der Skihütte in Hesselbach feierte, einen Gutschein für einen Tandemflug vom Entenberg geschenkt bekommen. Konnte er bei der Feier in Hesselbach schon einmal sehen, wie man mit einem Gleitschirm vom Skihang gleitet, so war es nach wochenlangem Südwind am 25. Juli endlich so weit, dass es daran ging, seinen Gutschein einzulösen.

Unser Jürgen Thomas hatte die gesamte heimische Presse mobilisiert und auch Herr Graveneier hatte einige Zuschauer im Schlepp.

Jürgen berichtet weiter: „Es war ein schweißtreibender Aufstieg, bei dem auch Herr Gravemeier etwa 20 kg schleppte. Er machte sich mit seinem Pilot Dirk Bankmann am Nordwest – Startplatz startklar. Der Wind wehte nur schwach und Dirk erklärte seinem Passagier, dass aufgrund der kurzen Startstrecke eine Berührung der Birken nicht ausgeschlossen ist.“ Dies war für den Bürgermeister kein Problem und so erfolgte der Start.  Es kam, wie es kommen musste, Startstrecke zu kurz oder Abhebeweg zu lang. Beide rauschten in Brusthöhe durch eine der vielen Birken. Nach diesem spektakulären Ereignis, das Herrn Gravemeier nach vorherigem Hinweis nicht sonderlich beeindruckte, ging es bei mangelnder Thermik zügig bergab.

Dirk sagte : „Ich hatte gerade noch Zeit ein paar Eigenheiten des Entenberges zu erläutern, da mussten wir uns schon wieder zur Landung fertig machen.“ Im Gegensatz zum Start verlief diese ohne Zwischenfälle.

Die Vertreter der heimischen Presse schossen viele Bilder. Der Anhang des Bürgermeisters hatte reichlich Kaffee und Kuchen und auch ein Gläschen Sekt für die Flieger parat. „Das müsste immer so sein“, lobte Jürgen.

Trotz der Kürze des Fluges war es eine gelungene Sache, die sicher auch im Laaspher Rathaus mit dazu beiträgt uns Flieger mit etwas anderen Augen zu sehen. Die guten Zeitungsberichte tragen sicher zu ein wenig mehr Akzeptanz  unseres Sports bei.

6. September 2002

Rettungsübung mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Laasphe.

Hierbei sollte die Baumlandung eines Gleitschirmfliegers und die damit verbundene Rettung mit der Drehleiter simuliert werden.

Der Vorsitzende Thomas Bauer stellte sich zur Verfügung und kletterte mit seinem Gleitschirm in die Spitze einer recht hohe Eiche am Rande des Entenberges. Natürlich rückte nach der Alarmierung der Löschzug der Feuerwehr aus. Als sie am „Unfallort“ angekommen war und die Leiter schon aufgebaut hatte, erhielt sie einen echten Einsatzbefehl, so dass sie zunächst wieder abrücken mussten. Was blieb unseren Vorsitzenden anderes übrig, als auf dem nicht sehr komfortablen Platz im Baum auszuharren, bis schließlich die Männer mit der Drehleiter wieder anrückten.  Die Feuerwehr zeigte eindrucksvoll, dass sie auch solchen Rettungsaktionen technisch und auch personell durchaus gewachsen ist.

13. September 2004

Ein Dorf stellt sich vor.  – Niederlaasphe

So heißt auch die Fernsehsendung des Westdeutschen Rundfunks, bei der Dörfer in ganz Westfalen ausgelost werden und in denen dann auch ganz spontan gedreht wird. So war an dem angeführten Termin Niederlaasphe an der Reihe.

Nach der Besteigung des Entenberges stellte der Reporter fest, dass wir Flieger im Gegensatz zu manchem Kommunalpolitiker eigentlich den besten „Überblick“ über das Dorf haben. Eindrucksvoll demonstrierte unser Stellvertretender Vorsitzender Hermann Achenbach, in einem etwa zehnminütigem Flug, wie toll so ein Flug vom Entenberg sein kann und wie der Überblick mit zunehmender Bodennähe abnimmt.

Mit dem ganzen Dorf war dies für uns Flieger eine willkommene Gelegenheit, den Bekanntheitsgrad von Niederlaasphe mit einem besonderen Sport, wie er nur in wenigen anderen Dörfern des Landes betrieben wird, ein wenig steigern zu helfen.

Heute,

im Jahre 2006 wird unser Verein noch immer von dem Gründungsmitglied Thomas Bauer als Vorsitzender geführt. Die Zahl der aktiven Mitglieder, die aus der ganzen Region kommen ist auf fünfzig angewachsen. Dazu kommen sechzig passive Mitglieder, die größtenteils aus Niederlaasphe sind. Dies freut uns ganz besonders, zeigt es doch, dass wir als Verein in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und integriert sind. Sicher liegt gerade dieser Umstand in der Tatsache begründet, dass von allen Fliegern am Entenberg die strenge Einhaltung der getroffenen Regelungen, ob beim Fliegen selbst oder auch bei den notwendigen Aufstiegen verlangt und eingehalten werden. So war und ist in all den Jahren nicht ein einziger Flugunfall, abgesehen von kleineren Zwischenfällen bei denen keiner verletzt wurde vorgekommen. Naturschutz und der Respekt vor jeglicher Kreatur ist für uns Flieger zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch zukünftig soll dies so bleiben.

Für viele Niederlaaspher ist es gar nicht mehr vorstellbar, dass man zum Entenberg schaut, hat gute Wetter und es ist kein Gleitschirmflieger in der Luft. Das kann nicht sein, dazu wollen wir weiter beitragen.

Wir bedanken uns, dass wir trotz unserer wenigen Vereinsjahre mit in die Vorbereitungen der 700 - Jahr -  Feier einbezogen wurden. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir mit einem Flugtag, der viele Variationen des Flugsportes zeigt, unseren Beitrag leisten.

Bleibt nur die Hoffnung auf gutes Wetter:

Unsere Internetpräsenz wurde am 23. Januar 2007 von Peter Schmidt aus Niederlaasphe eingerichtet.